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Solardach

Rüsselsheimer Stadtwerke ziehen positive Bilanz nach zehn Jahren Bürgersolaranlagen

(vom 12.08.2019)

Ökonomisch wie ökologisch eine Erfolgsstory / Neuer Tarif und neues Beteiligungsmodell geplant

Auch wer kein eigenes Haus hat, sollte sich in Rüsselsheim an der Erzeugung erneuerbarer Energien beteiligen können - mit diesem Vorsatz traten die Rüsselsheimer Stadtwerke vor fast zehn Jahren an, um auf dem Dach des Zentralen Omnibusbahnhofs ihre erste Bürgersolaranlage zu installieren. „Die Erwartungen wurden übertroffen“, sagt Geschäftsführer Hans-Peter Scheerer. In seine rundum positive Zwischenbilanz bezieht er die beiden anderen Bürgersolaranlagen der Stadtwerke ein. Eine zweite Anlage folgte im Dezember 2009 auf zwei Dächern des Stadtwerke-Betriebsgeländes. Eine dritte, die allerdings nicht von den Stadtwerken selbst betrieben wird, arbeitet seit September 2012 im Solarpark einer ehemaligen Hausmülldeponie in Dreieich-Buchschlag. „Alle diese Anlagen haben mehr Strom produziert, als wir in den Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu Grunde gelegt haben“, erklärt Scheerer.

Die Bürgersolaranlage auf dem Dach des Zentralen Omnibusbahnhofs

Zusätzliche Rendite

Für die beteiligten Bürger war und ist die Investition in Sonnenstrom ein gutes Geschäft. Die Anteile waren damals innerhalb von einer Woche weg. Der kaufmännische Leiter der Stadtwerke, Jörg Gründinger, spricht von einer „Win-win-Situation für alle“. Die Bürger haben den Stadtwerken auf 20 Jahre zu tilgende Darlehen gewährt, was ihnen jährlich mit 3,5 Prozent verzinst wird. Bei der jüngeren Anlage in Buchschlag sind es drei Prozent. Dazu kommt bei den stadtwerkeeigenen Anlagen eine Sondervergütung, dafür dass mehr Strom als erwartet produziert wurde, so dass die Bürger auf eine jährliche Rendite von mehr als fünf Prozent kommen, so Gründinger

Vorbildfunktion

Im Prozess der Energiewende leisten die drei Anlagen, die etwa 100 Rüsselsheimer Haushalte mit klimafreundlichem Strom versorgen, einen kleinen, aber nicht zu unterschätzenden Beitrag. Denn das Engagement der Stadtwerke hatte eine Vorbildeffekt, der das Thema Photovoltaik befeuerte. Mittlerweile gibt es laut Hans-Peter Scheerer in Rüsselsheim am Main etwa 500 Sonnenstromanlagen, vor allem auf Einfamilienhäusern.

Fördertopf-Tarif und Finanzbeteiligung

Weitere Bürgersolaranlagen sind nicht geplant, denn das Geschäft mit Photovoltaik „ist sehr viel schwieriger geworden“, sagt Scheerer. Dies liegt an der geringer gewordenen Einspeisevergütung, wie sie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf 20 Jahre garantiert. Trotzdem engagieren sich die Stadtwerke weiter für Solarenergie, etwa beim Betrieb von Mieterstrom-Anlagen. Zudem bereiten die Stadtwerke neue Bürgerbeteiligungsmodelle vor. Noch in diesem Jahr soll ein neues Tarifmodell an den Start gehen, das zur Teilhabe an einem Fördertopf für Energiespar- und -effizienzmaßnahmen berechtigt. Im Frühjahr kommenden Jahres wird den Bürgern sogar eine neue Variante der Finanzbeteiligung angeboten werden. 

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Die Stadtwerke Rüsselsheim versorgen Menschen in Rüsselsheim und der Region günstig und umweltfreundlich mit Gas und Strom und bieten zahlreiche Energiedienstleistungen an. In Rüsselsheim sorgen die Stadtwerke außerdem per Glasfaser für das schnellste Internet in High-Speed-Geschwindigkeit ohne Limits.

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