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Einbrecher in der virtuellen Welt

(vom 01.03.2019)

Quartier der Zukunft: Experte zeigt aus der Sicht eines Hackers, auf was es bei IT-Sicherheit ankommt

Smarte Anwendungen von fernbedienbarer Haustechnik, digitalen Strom-, Gas- und Wasserzählern, Sicherheitslösungen bis hin zur E-Mobilität: All das bietet das „Quartier der Zukunft“, ein 3,8 Millionen Euro teures Forschungsprojekt im Wohnviertel Horlache Park, das die Rüsselsheimer Stadtwerke mit vier Partnern aus Wissenschaft und Technik realisieren. Maik Landwehr, Bereichsleiter Digital Business der Stadtwerke, sagte dazu bei einer Präsentation im Hotel „Höll am Main“ in Rüsselsheim: „Wir wollen Dienste anbieten, die das Leben leichter machen.“

Auf dem Prüfstand

Möglichst schwer sollen es aber Einbrecher haben, die in einen solchen virtuellen Raum eindringen wollen. Welche Schwachstellen es dort geben könnte, zeigte Alexander Dörsam bei dieser Veranstaltung, einem so genannten Live-Hacking. Der Technische Geschäftsführer der Antago GmbH, Spezialisten für IT-Sicherheit, testet Netze von Auftraggebern aus. Mit virtuellen Einbrüchen stellt Antago Sicherheitssysteme auf den Prüfstand, um sie zu optimieren.

Aufpassen beim Passwort

Starke, aus wenigstens zehn Zeichen bestehende Passwörter bringen schon mal einen beträchtlichen Sicherheitsgewinn. Dörsam riet dringend dazu, auf Wörter, Namen und Geburtsdaten im Passwort zu verzichten. Hacker verfügen über IT-Werkzeuge und Rechenkapazitäten, um solche leicht vorhersehbaren Passwörter im Nu zu knacken. Der Experte gab es den Tipp, sich einen persönlichen Satz auszudenken. Aus den ersten Buchstaben jedes einzelnen Wortes ergibt sich dann das Passwort. Falls der Satz auch noch Zahlen und Sonderzeichen enthält – ist das nahezu sicher.

Profil der Zielperson

Grundsätzlich riet Dörsam, im Internet sehr sparsam Daten von sich preiszugeben. Denn ein Hacker könne ein Profil seiner Zielperson erstellen, indem frei verfügbare Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt würden. Dank leicht anwendbarer Software brauche es dazu keine Profikenntnisse mehr. Jeder könne unter dem Namen eines anderen eine E-Mail schreiben. Schutz böten einzig verschlüsselte E-Mails.  Auch täuschend echt aussehende, personalisierte Rechnungen von Firmen seien möglich. Zugangsdaten, etwa für eine Bank oder ein soziales Netzwerk, könne sich ein Angreifer ebenfalls ergaunern: Er lasse auf dem PC des Attackierten ein Pop-up-Fenster aufploppen mit der Aufforderung, Log-in-Daten erneut einzugeben, da angeblich die Sitzungszeit abgelaufen sei. Tue das Opfer wie angewiesen, erschienen die Daten in Echtzeit auf dem Bildschirm des Angreifers.

Kompetenter Partner

Gesunder Menschenverstand reicht in der Regel schon, auf solche Täuschungsversuche nicht hereinzufallen, sagte Dörsam seinen Zuhörern: „Das ist die stärkste Waffe, die Sie haben.“  Maik Landwehr unterstrich, dass es auch auf einen starken und zuverlässigen Partner ankommt. Der ist beim Quartier der Zukunft gegeben, da die Stadtwerke mit renommierten Partnern aus Wissenschaft und Technik zusammenarbeiten, um den größtmöglichen Datenschutz zu gewährleisten: „Das ist eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Forschungsprojekt.“

Datensouveränität

Landwehr erläutert: „Die Daten laufen nicht irgendwo, sondern in unserem Rechenzentrum zusammen.“ Wo große Online-Versandhändler und Betreiber von Social Medias als Datenkrake gelten, da verspricht der Stadtwerke-Mann den Anwohnern aus dem Horlache Pack die vollständige Datensouveränität: „Sie entscheiden selbst in jedem einzelnen Schritt, welche Daten sie abrufen oder zur Verfügung stellen.“

www.quartier-der-zukunft.de

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