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Datenautobahn bis ins Wohnzimmer

(vom 30.01.2014)

Stadtwerke Rüsselsheim starten ins Glasfaserzeitalter / Inbetriebnahme in Rekordzeit

„Ab jetzt keine Geschwindigkeitsbegrenzung": Mit diesem Slogan eröffnen die Rüsselsheimer Stadtwerke am 1. Februar eine Datenautobahn der neuen Möglichkeiten. Von diesem Tag an können die ersten Kunden im Gewerbepark Hasengrund über Glasfaserleitungen große Datenmengen rasend schnell verschicken. Der Zugang zu einem solch leistungsstarken Internet, das Geschwindigkeiten bis zu 250 Megabits pro Sekunde (Mbit/s) beim Downloaden und bis zu 50 Mbit/s beim Uploaden ermöglicht, „ist für Rüsselsheim als bedeutenden Standort für Forschung und Entwicklung zukunftsweisend", sagte Patrick Burghardt bei einer Pressekonferenz. Der Oberbürgermeister betonte, dass er darin für den Gewerbestandort Rüsselsheim einen enormen Wettbewerbsvorteil sieht.

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Zum Start ins Glasfaserzeitalter stellten sich zum Gruppenfoto (von links): Thorsten Moßmann (Bereichsleiter Glasfaser und Telekommunikation bei den Stadtwerken Rüsselsheim), Hans-Peter Scheerer (Geschäftsführer der Stadtwerke), Oberbürgermeister Patrick Burghardt, Carsten Schult (Geschäftsführer EVAS Softwarelösungen) und Stadtrat Nils Kraft (Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke). In den Händen halten sie jene Plakette, die auf das superschnelle Internet hinweist und an jedem Haus angebracht wird, das ans Glasfasernetz angeschlossen ist.

Rekordverdächtig
Der Aufsichtsratsvorsitzende, Stadtrat Nils Kraft, führt aus: „Die Umsetzung innerhalb von 15 Monaten seit dem Beschluss der Stadtverordneten ist rekordverdächtig."  Mit ihrem ambitionierten Angebot, Glasfaser bis in die Wohnung anzubieten (fibre to the home, FTTH), sind die Stadtwerke in Hessen Vorreiter. In anderen Städten endet das Glasfaserkabel am Haus (FTTB/fibre to the building) oder Randstein (FTTC/fibre to the curb), der letzte Verbindungsabschnitt wird dann über schon vorhandene Telefon-Kupfer-Doppeladern oder Koaxialkabel geführt.

3000 Wohnungen und Geschäfte
Laut Thorsten Moßmann, Stadtwerke-Bereichsleiter Glasfaser und Telekommunikation, sind bisher 25 Kilometer Glasfaserkabel in der Stadt verlegt worden. Rund 250 Gebäude mit insgesamt 3000 Wohn- und Geschäftseinheiten wurden ans Netz angeschlossen.

Auf drei Ebenen
Etwa 2,3 Millionen Euro haben die Stadtwerke bislang investiert. Weitere 2,5 Millionen Euro werden in diesem Jahr noch aufgewendet. Die Stadtwerke sind dabei auf allen drei Ebenen der Wertschöpfung beteiligt: beim Bau und Betrieb der Glasfaser, aber auch beim Vertrieb der Telekommunikations-Dienstleistungen über dieses Netz. „Das ist in Deutschland ziemlich einmalig und für Hessen ein Modellprojekt", sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke, Hans-Peter Scheerer.

Lob von EVAS
Dass die Stadtwerke Internet, Fernsehen und Telefon aus einer Hand anbieten, hat Vorteile für den Kunden. In allen Fragen haben sie einen Ansprechpartner, und bei Problemen gibt es keinen Abstimmungsbedarf zwischen mehreren Anbietern. Davon hat sich der Gastgeber der Pressekonferenz, die Firma EVAS Softwarelösungen, schon während der Pilotphase ab Mitte Dezember überzeugt. „Das neue Highspeed-Internet der Stadtwerke ist eine wichtige Grundlage für uns, durch neue Softwareprodukte und Dienstleistungen weiter wachsen zu können", lobte EVAS-Geschäftsführer Carsten Schult.

Kooperation mit gewobau
Gedacht ist das Glasfaserangebot sowohl für Geschäfts- als auch für Privatkunden. OB Burghardt sprach die Kooperation der städtischen Töchter Stadtwerke und gewobau an. Bereits im September 2013 wurde vereinbart, dass die Stadtwerke nach und nach alle Wohnhäuser der gewobau mit Glasfaser versorgen - und die gewobau im Gegenzug bei Neubauten und Modernisierungen die Glasfaser in die Wohnungen verteilt.

Anlaufverluste
Zunächst erwartet Geschäftsführer Scheerer jedoch Anlaufverluste, bis das Glasfasernetz wirtschaftlich betrieben werden könne. Dies bringe der kapitalintensive Aufbau dieser Infrastruktur einfach mit sich. „Aber wir als Stadtwerke sind ohnehin gewohnt, in mehrjährigen Zyklen als in Quartalen zu denken."

Backbone als nächstes
Und wie geht es weiter? Wie Bereichsleiter Moßmann erklärte, wird in diesem Jahr ein sogenannter Backbone verlegt. Von dieser Hauptleitung werden in den späteren Ausbauschritten weitere Hauptstränge in die verschiedenen Stadtquartiere verlegt. Spätestens zum Jahr 2020 soll ganz Rüsselsheim mit dem versorgt sein, was die ersten Privat- und Geschäftskunden im Hasengrund und im Dicker Busch bereits jetzt genießen können: Internet ohne Geschwindigkeitsbegrenzung.

www.glasfaser-ruesselsheim.de

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