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Stadtwerke starten in neues Zeitalter

(vom 20.04.2012)

Erste Smart-Grid-Station errichtet: Einstieg ins intelligente Stromnetz

(20.04.2012) „Das Zauberwort für die Zukunft der Stromversorgung heißt Smart Grid, zu Deutsch intelligentes Stromnetz", erklärt Matthias Schweitzer, Bereichsleiter Technik und Netze bei den Stadtwerken Rüsselsheim. Smart Grid meint die kommunikative Vernetzung und Steuerung der verschiedenen Module in einem Stromnetz. Die Stadtwerke Rüsselsheim haben den Einstieg in dieses neue Zeitalter jetzt vollzogen: In der Walter-Flex-Straße steht das erste entsprechend ausgestattete Trafohäuschen, über das rund 500 Wohnungseinheiten mit Strom versorgt werden.

Smart-Grid Anlage
Kleiner und vom Innenleben feiner: die erste Smart-Grid-Station in der Walter-Flex-Straße.

Bedarfsgerecht steuern
„Dank dieser Smart-Grid-Station ist es möglich, den Strom im Netz, genauer gesagt die Spannung, bedarfsgerecht zu steuern", erläutert Eggbert Jockel, Abteilungsleiter Netzmanagement. Dabei geht es nicht nur um den Strom, der verbraucht wird, sondern um den Strom, der beispielsweise über eine Photovoltaikanlage eingespeist wird. Das Trafohäuschen fungiert als Schnittstelle zwischen der vorlagerten Mittelspannung und der Niederspannung von 230 Volt, die in den Haushalten benötigt wird.

Nach und nach umrüsten
45.000 Euro hat die erste Smart-Grid-Station gekostet. „Das ist nur unwesentlich mehr als für eine herkömmliche Trafostation auszugeben ist", sagt Matthias Schweitzer. „Wir wollen die 240 Stationen im Stadtgebiet nach und nach umrüsten." Vier weitere sind noch in diesem Jahr vorgesehen, die nächste im Gewerbegebiet Alzeyer Straße. „Der Austausch erfolgt immer dann, wenn ohnehin eine Modernisierung ansteht oder eine neue Anlage erforderlich ist", sagt Eggbert Jockel. Die Lebensdauer von Trafostationen liegt bei etwa 35 Jahren.

Prototyp entwickelt
Bei der Smart-Grid-Station in der Walter-Flex-Straße handelt es sich um einen Prototyp, der in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Krefeld und der Fachfirma Gräper entwickelt wurde. „Die Zahl der Partner, mit denen man solch ein Projekt entwickeln kann, ist überschaubar", erklärt Bereichsleiter Schweitzer zu dem Kontakt. 

Strommenge optimieren
Eggbert Jockel verweist darauf, dass Smart Grid die Netzleistungsfähigkeit optimiert und damit dazu beiträgt, dass der Netzausbaubedarf reduziert wird. „Durch den Einsatz von regelbaren Ortsnetztransformatoren lassen sich etwa 90 Prozent aller Spannungsabweichungen ausgleichen." Darüber hinaus kann unter bestimmten Voraussetzungen eine verbesserte Auslastung erzielt werden: „Mit dem Einsatz dieser technischen Komponenten könnten 20 bis 25 Prozent mehr Strom durch die Verteilnetze geschickt werden."  

Regelungsbedarf wächst
 Fachleute wie Matthias Schweitzer sehen daher in der Smart Grid-Technologie die Voraussetzung, dass der Ausstieg aus der Atomenergie und somit die Energiewende möglich wird. Der Anteil der dezentral gewonnenen und somit auch dezentral eingespeisten Energie wird weiter zunehmen. Entsprechend wächst der Regelungsbedarf. „In gar nicht so ferner Zukunft wird jedes Haus seine eigene Energieversorgung haben, die über das Netz reguliert werden muss."

Smart Grid Anlage
Die erste Smart-Grid-Station in der Walter-Flex-Straße
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