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Stadtwerke gehen beim Wasser neue Wege

(vom 14.11.2012)

Zum 1. Januar wird der Systempreis eingeführt, um die Modernisierung des Netzes auszuweiten

(14.11.2012) Die Stadtwerke Rüsselsheim führen zum 1. Januar 2013 eine neue Komponente zur Berechnung des Wasserpreises ein. Neben dem Zähler- und dem Abgabepreis wird es einen Systempreis geben, über den vorrangig die Kosten gedeckt werden sollen, die bei der Instandhaltung und Erneuerung des allgemeinen Wassernetzes entstehen.

Hand unter Wasserhahn

Weniger Wasserverbrauch
„In den vergangenen zwanzig Jahren ist der Wasserverbrauch um vierzig Prozent zurückgegangen: Entsprechend sind die Einnahmen zurückgegangen", erklärt Geschäftsführer Hans-Peter Scheerer. Daher fehlt es an Geld für die Sanierung und Modernisierung des Wassernetzes. Derzeit beträgt die Instandhaltungsquote weniger als ein Prozent, doch sie müsste bei 1,7 Prozent liegen, damit jede Leitung wie erforderlich alle sechzig Jahre erneuert wird.

Zu wenig feste Einnahmen
Die bisherige Zusammensetzung des Wasserpreises wird den Kostenursachen nicht gerecht, sagt Scheerer. Die Stadtwerke erzielen den Großteil ihrer Einnahmen über den Abgabepreis, der sich an der verbrauchten Wassermenge berechnet. Nur einen kleinen Teil macht der monatliche Zählerpreis aus. „Damit werden die Einnahmen hauptsächlich über die variablen Preisbestandteile erzielt, während es bei den Kosten genau umgekehrt ist: 70 Prozent der Kosten sind fix, aber nur neun Prozent der Einnahmen."  Insofern erfolgt mit der Einführung des Systempreises eine Umschichtung hin zu den fixen Einnahmen, erläutert Scheerer. Künftig werden 19 Prozent der Einnahmen fix sein.

Elf Kategorien
Der Systempreis gliedert sich in elf Kategorien, der sich nach der Größe (Nennweite) der Hausanschlussleitung richtet. 98 Prozent der Rüsselsheimer Hausanschlüsse fallen in die vier kleinsten Kategorien. Für diese entstehen Mehrkosten zwischen 2,46 und 9,52 Euro im Monat. Im Gegenzug werden der Zählerpreis um 20 Prozent und der Abgabepreis um 7 Prozent von 1,98 auf 1,84 Euro gesenkt.

Sechs Prozent teurer
„Doch unterm Strich wird das Wasser um sechs Prozent teurer - das entspricht durchschnittlich weniger als 3,00 Euro im Monat je Kunde", berichtet Geschäftsführer Scheerer. Die Mehreinnahmen durch den neuen Wasserpreis werden komplett in die verstärkte Erneuerung des Wassernetzes investiert, „um die Probleme und die Kosten nicht auf folgende Generationen abzuwälzen".

Manche profitieren
Nicht für alle wird das Wasser teurer. Manche Verbraucher werden sogar weniger ausgeben müssen. „Vor allem Familien und Haushalte mit mehreren Personen werden von dem neuen Preissystem profitieren", betont Scheerer die soziale Komponente.

Abschläge werden geändert
Die neue Preisgestaltung beim Wasser macht sich zunächst beim Hauseigentümer bemerkbar, der diese gegebenenfalls an die Mieter weitergeben wird, sagt Scheerer. Hauseigentümer müssen wegen des Systempreises nichts unternehmen: „Wir ändern die Abschlagszahlungen auf Grundlage der neuen Preise."

Breite Zustimmung
„Der neue Wasserpreis ist eine Entscheidung der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrates der Stadtwerke", erklärt Scheerer. Zudem wurde der Magistrat informiert. Er hat das neue Preismodell genauso befürwortet wie Vertreter von Wohnbaugesellschaften, dem Mieterverein und dem Eigentümerverein Haus und Grund, denen das neue Modell ebenfalls vorgestellt wurde. „Alle sind zu der gleichen Überzeugung gelangt, dass der neue Wasserpreis verantwortungsvoll und richtig ist."

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