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Hochschule wird CO2-neutral mit Wärme versorgt

(vom 19.09.2012)
Landesweit Vorreiter: Einweihung der neuen Holzhackschnitzelheizung am „Hessischen Tag der Nachhaltigkeit"


(19.09.2012) Einen ganz besonderen Termin hatte der Rüsselsheimer Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Hochschule RheinMain für die Einweihung seiner von den Stadtwerken Rüsselsheim neu auf dem Campus installierten moderne Holzhackschnitzelfeuerungsanlage ausgewählt: Die Veranstaltung fand am „2. Hessischen Tag der Nachhaltigkeit" am 19. September statt. „Vielfältig - Nachhaltig - Hessisch: Bei uns hat Energie Zukunft!", lautete das Motto des Aktionstags. Alles Attribute, die voll auf den Hochschulstandort Rüsselsheim zutreffen. Immerhin sind die Gebäude des Fachbereichs nunmehr die erste landeseigene Liegenschaft, die mit Biomasse beheizt wird.

Holzhackschnitzelanlage
Sie nahmen die Holzhackschnitzelanlage mit einer symbolischen Aktion in Betrieb (von links): Matthias Schweitzer (Bereichsleiter Technik und Netze der Stadtwerke Rüsselsheim), Prof. Jutta Kerpen (Prodekanin des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften der Hochschule RheinMain), Rüsselsheims Oberbürgermeister Patrick Burghardt, die Landtagsabgeordnete Sabine Bächle-Scholz und Detlev Reymann (Präsident der Hochschule RheinMain).

Streichhölzer im XXL-Format
 „Diese Form des Heizens ist ökologisch und wirtschaftlich von Vorteil", hatte der Präsident der Hochschule, Professor Dr. Detlev Reymann, schon beim Start des Projekts im vergangenen Herbst erklärt. Mit symbolischen Streichhölzern im XXL-Format ausgestattet, gab er nun zusammen mit weiteren Ehrengästen „Feuer frei" für die neue Anlage. Der Austausch konnte bereits vor der großangelegten Modernisierung der Hochschulgebäude Am Brückweg realisiert werden, für welche der Lehr- und Forschungsbetrieb vom kommenden Jahr an übergangsweise ins Opel-Altwerk umgesiedelt wird. Die Stadtwerke, die bisher die Hochschule mit Gas versorgt hatten, stellen über ihre Tochtergesellschaft Energieservice Rhein-Main GmbH die neue Heizung im Rahmen eines auf zwanzig Jahre angelegten Contractingvertrags zur Verfügung und sorgen in dieser Zeit für den einwandfreien Betrieb.

Förderung vom Land
Vom Land wurde der Einbau der Holzhackschnitzelfeuerungsanlage mit dreißig Prozent der Investitionssumme gefördert - eine Investition die sich auszahlt. Immerhin reduziert sich der Kohlendioxidausstoß der Hochschule künftig um 440 Tonnen pro Jahr, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur CO2-neutralen Liegenschaft. Über den Wechsel zur innovativen, kostensenkenden und umweltfreundlichen Form des Heizens freute sich anlässlich der Einweihung auch Oberbürgermeister Patrick Burghardt. Er hatte sich, damals noch als Landtagsabgeordneter, persönlich für den Zuschuss aus dem Programm zur Förderung von Biomassefeuerungsanlagen in Hessen zum Ausbau der Nutzung von Biomasse und Fernwärme stark gemacht.

Für 3000 Studierende
Mit einer Gesamtleistung von 2,5 Megawatt soll die Anlage den Wärmebedarf der 3.000 angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure auf dem Campus Rüsselsheim mit einer zu beheizenden Fläche von 33.000 Quadratmetern decken. Zwei bestehende Gaskessel werden weiterhin genutzt, um mögliche Spitzenlasten an Energiebedarf bei extrem kaltem Wetter zu decken. Über eine Fernwärmeversorgung könnten sogar weitere Abnehmer an die Anlage angeschlossen werden. Zugleich erfüllt die Heizung modernste Standards und kann somit auch problemlos die Feinstaubgrenzwerte einhalten. Zukunftsweisend ist sie noch in einem weiteren Punkt: In die Anlage eingebunden ist eine Brennstoffzelle der neusten Generation mit 1,5 Kilowatt elektrischer Leistung.

Erste Brennstoffzelle in Rüsselsheim
Damit ließe sich der Bedarf eines Einfamilienhauses an Strom und Wärme decken. „Eine Brennstoffzelle erzeugt, anders als ein Motor, elektrischen Strom ohne mechanische Bauteile und nutzt die anfallende Wärme", erklärte Matthias Schweitzer, Bereichsleiter Technik und Netze der Stadtwerke. Diese Art der Strom- und Wärmeerzeugung ist wesentlich effizienter, umweltschonender und verbraucht spürbar weniger Primärenergie als herkömmliche Methoden. Da Brennstoffzellen momentan noch kein Massenprodukt sind, wollen die Stadtwerke einen Beitrag zur Weiterentwicklung und Ausbildung von Technikern leisten und haben 30.000 Euro für eine Brennstoffzelle ausgegeben, die nun ebenfalls im Heizungsraum der Hochschule steht, wo die Studierenden im Rahmen ihres Studiums die Belastbarkeit und die Einbindung in Heizungssysteme erproben können.

Hoher Wirkungsgrad
'Die Leistung der Brennstoffzelle liegt bei 2,0 Kilowatt elektrischer Energie und 1,0 Kilowatt thermischer Energie. Hervorzuheben ist der hohe elektrische Wirkungsgrad von über 60 Prozent. All dies konnten im Anschluss an die offizielle Einweihungsfeier neben den geladenen Gästen auch Schulklassen und andere Besucher erleben. Schließlich ist Sinn und Zweck des landesweiten Aktionstags zu „sehen, hören, fühlen und schmecken, was Nachhaltigkeit bedeutet." Außer der Holzhackschnitzelfeuerungsanlage standen deshalb auf dem Campus auch ein Brennstoffzellenfahrrad und ein Brennstoffzellenbuggy, beide entwickelt im Wasserstofflabor des Fachbereichs, zum Begutachten und Ausprobieren bereit.

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