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Stadtwerke bieten neue Karriere-Wege
Mitarbeiter können über ihre fachliche Qualifikation befördert werden
(11.11.2011) Hannelore Hügel und Monika Bargon sind die ersten, die vom neuen Laufbahnmodell bei den Stadtwerken Rüsselsheim profitieren. Beide wurden zu Fachspezialistinnen ernannt; die eine in der Verwaltung des Verkehrsbetriebs, die andere im Bereich Einkauf. „Damit wurde beiden Mitarbeiterinnen aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz mehr Verantwortung übertragen", erläutert Geschäftsführer Hans-Peter Scheerer. Monika Bargon und Hannelore Hügel sind nun in ihrem Zuständigkeitsgebiet die erste Adresse für Nachfragen und können fachliche Standards festlegen.

Hannelore Hügel (links) und Monika Bargon sind die beiden ersten Mitarbeiterinnen, die den neuen Karriere-Weg bei den Stadtwerken beschritten haben.
Bessere Arbeitsbedingungen
Bisher kannten auch die Stadtwerke nur den Weg der Führungskarriere. Gruppenleiter, Abteilungsleiter und Bereichsleiter sind unterhalb des Geschäftsführers die drei möglichen Verantwortungsstufen. Künftig ist es nun jedoch auch möglich, aufgrund der fachlichen Qualifikation diesen gleichgestellt zu werden. Spezialist, Experte und Stratege heißen die Pendants dazu. „Allerdings haben die Fachleute keine Personalverantwortung - das macht den Unterschied aus", erklärt der kaufmännische Bereichsleiter, Jörg Gründinger. Die Stadtwerke versprechen sich von dem neuen Weg, Karriere machen zu können, mehr Aufstiegsmöglichkeiten, eine bessere Nutzung der personellen Ressourcen und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Das Wissen nutzen
„Bisher konnte es passieren, dass ein ausgewiesener Fachmann, dem man aufgrund seiner Qualifikation fördern wollte, zum Abteilungsleiter ernannt wurde, obwohl er im Grunde kein Interesse hatte oder nicht geeignet war, andere Menschen zu führen", nennt Geschäftsführer Scheerer ein Beispiel. Eine solche Entscheidung war dann nicht nur für diese Person von Nachteil, sondern auch für die Mitarbeiter, die von jemand geführt wurden, der dies eigentlich nicht will und nicht gut kann. Was für den Geschäftsführer jedoch genauso schwer wiegt ist die Einsicht, „dass zum Teil das Wissen hochkarätige Experten nicht angemessen genutzt wurde, weil ihnen die Kompetenzen dazu fehlten".
"Innovative Spitze"
Mit dem neuen Modell haben die Stadtwerke nun zwei gleichberechtigte Wege, sich in der Laufbahn zu verbessern. Auch der Betriebsrat war an der Entwicklung des neuen Karrierewegs beteiligt. Nach Einschätzung des Rüsselsheimer Unternehmensberater Günter Gütlich gehören die Stadtwerke mit ihrem Laufbahnmodell „zur innovativen Spitze" und „sind vermutlich das erste kommunale Unternehmen in Hessen, das sich für diesen Weg entschieden hat".
Vorteil bei Bewerbungen
Bereichsleiter Gründinger blickt bei dem neuen Modell auch in die Zukunft, denn die demographische Entwicklung wird in absehbarer Zeit zu einem Engpass an Fachkräften führen. „Wenn die Bewerber die Wahl haben, zu welchem Unternehmen sie gehen, dann sind wir mit dem neuen Laufbahnmodell zusätzlich attraktiv - denn letztlich ist die Einstufung als Spezialist, Experte oder gar Stratege auch mit einer besseren Entlohnung verbunden."