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Drei Mädchen schauen unter die Busse

Beim Girls Day lernen die Schülerinnen bei den Stadtwerken einen typischen Männerberuf kennen

(14.04.2011) Die Kfz-Werkstatt der Stadtwerke Rüsselsheim ist normalerweise fest in Männerhand. Hier arbeitet derzeit keine Frau. Am Girls Day war das anders. Mit Jenny, Saskia und Merve hatten sich drei Mädchen erfolgreich darum beworben, einen Tag hinter die Kulissen schauen zu dürfen. Ausgestattet mit blauen Arbeitsjacken und Handschuhen konnten die drei Schülerinnen dabei an einem Bus Hand anlegen. Die Scheu im Umgang mit den Schmierstoffen legte sich schnell und so schmierten sie beispielsweise die Gelenkstellen des Fahrzeugs ab.

Die Drei von der Werkstatt (von links): Saskia Mix, Merve Celik und Jenny Sengh konnten beim Girls Day auch in die Grube steigen und einen Ölwechsel bei einem Bus vornehmen.

 

Eine Bewerbung von 15
Dass eine Frau hier gearbeitet hat, ist schon eine Zeitlang her. „Vor 15 Jahren hatten wir mal eine weibliche Auszubildende“, erinnert sich Werkstatt-Leiter Jürgen Samland. Bei der aktuellen Ausschreibung einer Ausbildungsstelle zum Kfz-Mechatroniker war zwar unter den 15 Bewerbungen auch die einer jungen Frau, die jedoch kurz darauf wieder absagte.

Körperlich anstrengend
Die Arbeit in der Werkstatt ist bisweilen körperlich anspruchsvoll. Das erfuhren die drei Schülerinnen,  als sie mit einem Ein-Meter-Kilogramm-Schlüssel die Muttern der Radschrauben nachziehen sollten und dabei zu zweit anpacken mussten, um etwas zu bewegen. Doch vom Kfz-Mechaniker Günter Goldammer bekamen sie eine Weisheit in Reimform mit auf den Weg: Mächtig ist des Schlossers Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft.

Elektronik und Software
„Es gibt inzwischen so viele Hilfsmittel, dass die Arbeit in der Werkstatt nicht an den körperlichen Voraussetzungen scheitern muss“, erklärt auch Reinhard Blüm, Leiter des Verkehrsbetriebs. Zudem bestimmen Elektronik und Software zunehmend die Arbeit, so dass oft flinke Finger und rasche Auffassungsvergabe wichtiger sind als körperliche Stärke.

Ölwechsel am Bus
Höhepunkt für die elf und zwölf Jahre alten Mädels war der Ölwechsel an einem Bus, für den sie auch die Grube steigen mussten, um am Fahrzeugboden die Schraube zu lösen. Dann galt es, 24 Liter Öl mit der Druckpistole nachzufüllen, ehe die drei Jugendlichen noch eine andere Seite des Busbetriebs kennenlernen durften: Das Reinigen des Fahrzeugs von innen wie von außen.

Sauberkeit erwünscht
„Jeder möchte in einen sauberen und einwandfreien Bus steigen, doch leider hinterlassen viele Fahrgäste den Innenraum nicht so, wie sie ihn vorgefunden haben“, bedauert Reinhard Blüm. Allerdings hat vor allem der Vandalismus stark nachgelassen, seit jeder Bus der Stadtwerke mit einer Videokamera ausgestattet ist, deren Aufzeichnungen  es erlauben, Täter im Nachhinein zu überführen. Gibt es keinen Hinweis, dass die Bilder benötigt werden, löscht sich die Aufnahme automatisch nach 48 Stunden.

Zufriedene Mädchen
Für Saskia, Merve und Jenny war der Girls Day bei den Stadtwerken nach eigener Aussage ein beeindruckender Tag. Merve brachte es auf den Punkt: „Wir haben viel erlebt und gesehen, was wir vorher nicht kannten.“