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Wie aus Wasser Bier wird

Die Stadtwerke liefern, das „Kleine Rüsselsheimer Brauhaus braut

(29.10.2010) Für ein gutes Bier braucht man Malz, Hopfen, Hefe - und Wasser. Die Gaststätte „Kleines Rüsselsheimer Brauhaus", die ihr eigenes Bier braut, verwendet dazu wie alle Haushalte in der Stadt Wasser von den Stadtwerken Rüsselsheim. Wie daraus das „Haßlocher Hell", das „Haßlocher Dunkel" und das „Haßlocher Weizenbier" wird, die Hauptsorten des Brauhauses, kann Horst Gampert erklären. Der Diplom-Braumeister betreibt die Gaststätte gemeinsam mit seinem Sohn Christian.

Brautechniker Holger Sieberg kontrolliert den Brauvorgang und wird dabei von Braumeister Horst Gambert (Mitte) und Stadtwerke-Pressesprecher Jürgen Gelis beobachtet. 

Denkmalgeschützte Gebäude 
Horst Gampert arbeitete 30 Jahre lang als Braumeister in Malzfabriken, zuletzt als Betriebsleiter in einem Hochheimer Unternehmen, ehe er Otto Binding traf. Dieser „Braumeister mit Leib und Seele", wie ihn Gampert skizziert, betrieb in Eltville als einer der damals Wenigen in Deutschland eine Gasthaus-Brauerei. „So etwas wollte ich auch schon immer machen", erzählt der jetzt 71 Jahre alte Wahl-Rüsselsheimer. Im Jahr 1992, als die Stadt Rüsselsheim einen Investor für das denkmalgeschützte Gebäude am alten Haßlocher Dorfplatz suchte, bekam er die Gelegenheit dazu.

Der Duft der Maische
Beim Besuch in dem Gasthaus, ursprünglich Ende des 17. Jahrhunderts als Wohnhaus einer Hofreite erbaut, ehe es 1992 abgerissen und originalgetreu wieder aufgebaut wurde, ist der Schankraum erfüllt von würzigem Maischeduft. Denn der Geselle Holger Sieberg ist gerade dabei, Nachschub der schäumenden Köstlichkeit zu brauen.

Bottiche im Gasthaus
Am Rande der Gaststätte von Vater und Sohn Gampert stehen ein Maisch- und ein Läuterbottich, wo bei Temperaturen zwischen 40 und 78 Grad in einem komplizierten Prozess Bier entsteht. 750 Hektoliter werden pro Jahr produziert - vor allem zum Ausschank im Gasthaus und zum Mitnehmen. Horst Gampert weist darauf hin, dass seine Haßlocher Biere des Geschmacks wegen naturbelassen bleiben, also weder gefiltert noch pasteurisiert werden.

Vor 4000 Jahren
Wie Horst Gampert erklärt, ist nachweislich schon vor 4000 Jahren Bier getrunken worden. Nicht in Bayern, auch nicht in Haßloch, sondern im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, dem heutigen Irak. Und im babylonischen Gilgamesch-Epos (wahrscheinlich entstanden im 24. Jahrhundert vor Christus) stehe, dass man zu seinem Brot ein Bier trinken solle.

Wasser ist noch wichtiger
„Das Lebensmittel Nummer eins bleibt indes das Wasser", sagt Stadtwerke-Pressesprecher Jürgen Gelis. „Das Trinkwasser, das in Rüsselsheim aus der Leitung kommt, ist auch für die Babynahrung geeignet, denn es unterliegt strengeren Kontrollen als die Mineralwasser, die es im Handel zu kaufen gibt." Rund drei Millionen Kubikmeter von dem Lebenselexier liefern die Stadtwerke im Jahr an die Privathaushalte und Betriebe in Rüsselsheim. Die Stadtwerke möchten für den Wert und die Qualität des Wassers sensibilisieren, das rund um die Uhr frisch und in bester Qualität geliefert wird. „Vor daher bot es sich an, im Kleinen Brauhaus zu zeigen, was aus Wasser auch werden kann - nämlich Bier."