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Wie aus Dreckbrühe trinkbares Wasser wird
Umweltstrolche beschäftigten sich im Museum mit Natur und Wissenschaft
(23.07.2010) Beim Blick in den Brunnen, nach dem die Brunnenstube im inneren Wehrgraben der Rüsselsheimer Festung benannt ist, offenbart sich eine brackige Brühe. „Das sieht nicht so richtig lecker aus", sagt die Leiterin des in der Festungsanlage beheimateten Stadt- und Industriemuseums, Dr. Bärbel Maul. Aber es veranschaulicht, dass das aus dem Wasserhahn fließende kristallklare Nass nicht unbedingt naturgegeben ist. Dies ist eine der Entdeckungen, die Kinder im Grundschulalter beim fünftägigen Ferienprogramm „Umweltstrolche" im Museum gemacht haben. Die spielerische und spaßige Entdeckungstour führt die Mädchen und Jungen zu Phänomenen rund um Energie und die Elemente - Wasser beispielsweise.
Experimente und Beweise
Die Chemikerin Nicole Drewnick, sozusagen die Expeditionsleiterin der kleinen Umweltstrolche, will mit Experimenten, Basteleien und Spielen ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wertvoll Wasser ist. „Eine sehr sinnvolle Sache", findet Carsten Dannwolf, Leiter Vertrieb und Marketing der Rüsselsheimer Stadtwerke: „Deshalb haben wir dieses Programm gerne als Sponsor unterstützt, damit der Teilnahmebeitrag erschwinglich bleibt."
Aus Papier werden Seerosen
Wie man schmutziges Wasser wie jenes aus dem Festungsbrunnen zu Trinkbarem aufbereitet, zeigte Nicole Drewnick auf einfache Weise: Gemeinsam wurde das Wasser gefiltert. Die Kinder probierten aus, welche Dinge auf der Oberfläche schwimmen und welche untergehen, zudem welche Stoffe sich im Wasser lösen und welche nicht. Sie beobachteten, wie gefaltetes Papier im Wasser aufquillt - und schließlich wie eine Seerose aussieht.
Stromkreis hergestellt
Die kleinen Forscher unternahmen bei den täglich zweistündigen Ferienaktionen noch mehr. „Mein Anliegen ist es, den Bogen zu spannen von der Natur zu den Naturwissenschaften", erklärt Nicole Drewnick. Los ging das Programm mit Experimenten zu verschiedenen Energieformen. So durften die Mädchen und Jungen eine Batterie, eine umgebaute Taschenlampe und weitere Bauteile zu einem geschlossenen Stromkreis zusammenstecken.
Schokolinsen am Fließband
Die Chemikerin stellte aber auch einen Bezug zur Ausstellung „Wo bleibt die Arbeit?" her, die im Obergeschoss des Stadtmuseums zu sehen ist. Es geht dabei um den Wandel der Arbeit seit Gründung des Opelwerks. Die Kursleiterin verteilte bunte Schokolinsen in einer Schüssel, mit der sie sich dann fortbewegte. Und die Kinder bekamen die Aufgabe, sich Süßigkeiten einer bestimmten Farbe heraus zu picken. Damit simulierte Nicole Drewnick das Prinzip des Fließbands.