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Mut machen, auch Nein sagen zu können

Stadtwerke unterstützen Mädchengruppe an der Georg-Büchner-Schule


(25.06.2010) In der Georg-Büchner-Schule in Rüsselsheim wird es im kommenden Schuljahr wieder eine Mutmachgruppe geben: Zwölf Mädchen aus der dritten und vierten Klasse bekommen die Möglichkeit, mit Musik, Theater und Spiel ihr Selbstwertgefühl zu stärken und ihre Meinung besser kundzutun. Der Verein Wildwassers bietet diese Gruppe mit Unterstützung des Kinderschutzbundes an.

Sabia, Efhimia und Franziska (von links) haben bereits einen Mutmach-Kurs absolviert. Wildwasser-Pädagogin Gabriele Vorndran setzt bisweilen auch eine Handpuppe ein: „Manchmal ist es leichter, durch andere sagen zu lassen, was man selbst nicht zu auszusprechen wagt."

Viel Interesse
Bereits im zurückliegenden Schuljahr gab es eine solche Mutmachgruppe, die sich großer Beliebtheit erfreute, berichtet Rektorin Dagmar Schneberger-Splitt. Die Mutmachgruppe gehörte zu den Angeboten der Nachmittagsbetreuung, unter denen die Kinder auswählen dürfen. „Die Nachfrage nach der Mutmachgruppe war so groß, dass wir sogar einigen Mädchen absagen mussten."

Finanzierung gesichert
Umso froher sind die Verantwortlichen, dass die Finanzierung der Gruppe für das nächste Jahr gesichert ist. Möglich macht es der Erlös aus den Kutschfahrten, die die Stadtwerke Rüsselsheim beim verkaufsoffenen Sonntag im Mai in der Rüsselsheimer City angeboten haben. Pressesprecher Jürgen Gelis übergab nun 300 Euro. „Das Geld wird als Zuschuss für die Personal- und Materialkosten verwendet", erklärt Gabriele Vorndran, Mitarbeiterin von Wildwasser.

Bilder und Karten
Drei Teilnehmerinnen der ersten Mutmach-Gruppe berichteten von ihren Eindrücken. Franziska ist besonders in Erinnerung, wie sie ein Bild von einer Situation malte, in der sie schon einmal besonders mutig war. Die Neunjährige malte sich, wie sie einen Hund streichelte, vor dem sie etwas Angst hatte. Efhimia fand das Spiel toll, bei dem die eigene Meinung gefragt war und man mit einer grünen, gelben oder roten Karte kundtun konnte, was gefällt, was nicht so eindeutig ist oder gar missfällt.

Wenn der Opa ins Bad kommt
Die zehnjährige Sabia berichtete vom Theater- und dem Rollenspiel, als ein Mädchen sich duschte und der Opa ins Bad kam, um sich die Hände zu waschen. „Hier zu sagen, dass ich ungestört duschen möchte, ist nicht immer selbstverständlich", erklärt Claudia Heyse, Vorsitzende des Kinderschutzbundes. Dabei ist es wichtig, schon im Alltag zu lernen, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, sich abzugrenzen und auch Nein sagen zu können. Wildwasser-Pädagogin Vorndran setzt dazu bei Bedarf eine Hexe als Handpuppe ein: „Manchmal ist es leichter, durch andere sagen zu lassen, was man selbst nicht zu auszusprechen wagt."

Spendenkonten
Der Kinderschutzbund betreut das Projekt Familien in Rüsselsheim (FaiR) begonnen, bei dem vor allem junge Familien unterstützt werden. „Es geht darum, die Entwicklung von Kindern zu begleiten", erläutert Projektleiterin Paola Banfi. Da passt die Mutmach-Gruppe gut dazu. Gerne würden Kinderschutzbund und Wildwasser auch älteren Kinder oder einer Jungen-Gruppe solche Mutmach-Angebote unterbreiten können, doch dazu bedarf es weiteren Spenden. Der Kinderschutzbund ist zu erreichen unter Telefon 06142 / 55111, Spenden sind willkommen auf das  Konto 7328400 bei der Volksbank Rüsselsheim (BLZ 500 930 00) und auf das Konto 1011915 bei der Kreissparkasse Groß-Gerau (BLZ 508 525 53).