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Mädchen schauen unter den Bus

Girls Day bei den Stadtwerken Rüsselsheim findet guten Anklang

(22.04.2010) Darin sind sich Jana und Nathalie einig: Gar nicht so einfach, die Ablassschraube unter der Ölwanne zu lösen. Doch Kfz-Mechatroniker Afif Challaki ermuntert sie, es weiter zu probieren. Mit vereinten Kräften schaffen es die beiden 13-Jährigen dann doch, die Schraube zu lösen. Auch Meltem und Helena helfen mit, den Ölwechsel zu machen. Die vier Mädchen stehen, in Blaumänner gekleidet, in der Arbeitsgrube unter einem Omnibus - ein einmaliges Erlebnis für die Vier, die ihren Girls Day in der Kfz-Werkstatt der Stadtwerke Rüsselsheim verbringen.

Mit Eifer im Einsatz  (von links) Jana Bauer und Meltem  Sevimli (hinten) sowie Helena Wolf und Nathalie Kerl (vorn)

Aktionstag seit 2001
Der Girls Day wird seit 2001 immer Ende April angeboten. Er ist als Berufsorientierung für Mädchen ab der fünften Klasse gedacht und soll vor allem Einblicke in Berufe geben, die sonst fast ausschließlich von Männern ausgeübt werden. Die Teilnehmerinnen am Girls Day werden für diesen Tag von der Schule freigestellt. Für Jungs gibt es parallel dazu das Projekt „Neue Wege für Jungs".

25 Busse auf neun Linien
„Wir halten diese Aktionstage für eine sehr gute Sache und unterstützen sie gerne", erklärt Reinhard Blüm, Leiter des Verkehrsbetriebes der Stadtwerke. Beim Girls Day erhielten die vier Schülerinnen die Gelegenheit mit zu erleben, was an Reparatur, Wartung und Reinigung rund um den Busbetrieb notwendig ist. Die Stadtwerke bedienen mit 25 Bussen die neun Linien des öffentlichen Nahverkehrs in Rüsselsheim und Flörsheim. Täglich werden rund 12 000 Fahrgäste befördert.

Bremsen und Räder
Angeleitet von Hubertus Einschütz reinigten Helena und Co einen Bus mit einem riesigen Staubsauger, bevor er durch die Waschanlage gefahren wurde. Werkstattleiter Jürgen Samland und sein Stellvertreter Marius Markieton ließen die vier Mädels ein Ventil an den Bremsen wechseln und eines der schweren Räder abmontieren.

Wie in der Formel eins
„Jetzt kann ich verstehen, warum mein Vater sagt, dass sein Beruf anstrengend ist", sagte Meltem, deren Vater als Mechaniker arbeitet. Die vier Mädchen bekamen auch mit, dass es in der Kfz-Werkstatt bisweilen zugeht wie beim Boxenstopp in der Formel eins. Jeder Handgriff muss sitzen, damit ein Bus, der defekt ist, möglichst schnell wieder fahren und auf die Strecke geschickt werden kann.