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Farbenfroh in den Herbst

Jugendliche besprühen Trafohäuschen in der Böllenseesiedlung


(01.11.10) Am Ende sind Gizem und ihre Freunde zufrieden: Sie haben das Trafohäuschen an der Ecke Wilhelm-Sturmfels-/Hochheimer Straße mit Graffiti besprüht - und das mit Erlaubnis und unter fachkundiger Anleitung. Il-Jin Choi, ein Künstler aus Frankfurt, hat den 12- bis 14-Jährigen aus dem Böllensee den Umgang mit der Spraydose beigebracht. Dabei haben die Nachwuchssprayer zunächst Ideen gesammelt, Skizzen ent- und manche auch wieder verworfen, ehe sie mit den Vorlagen zufrieden waren, nach denen sie dann Farbe auf die Wände des Trafohäuschens brachten. 


Zufriedener Graffiti-Künstler nach getaner Arbeit (von links): Eyüp, Gizem, Sozialarbeiterin Kujtime Ilazi, Künstler Il-Yin Choi, Begüm und Asli.

Kooperation mit Auszeit
Die Stadtwerke Rüsselsheim haben diese Kunstaktion ermöglicht, der Verein Auszeit hat sie organisiert. Im Auftrag der Stadt Rüsselsheim bietet „Auszeit" an den Standorten Böllenseesiedlung, Bauschheim und Berliner Viertel offene Kinder- und Jugendarbeit an. Im Treff am Böllenseeplatz 16 sind Kids montags und freitags von 14.30 bis 16.30 Uhr willkommen, für Jugendliche stehen die Räume offen montags und dienstags von 17.30 bis 20 Uhr sowie donnerstags von 15.30 bis 18 Uhr.

Identifikation mit dem Viertel
Darüber hinaus bietet Auszeit Freizeitmöglichkeiten wie die Graffiti-Aktion am Trafohäuschen. „Wir als Stadtwerke möchten den jungen Leuten die Möglichkeit geben, ihre Kultur auszuleben", sagt der Technische Leiter, Matthias Schweitzer. Er ist überzeugt, dass solche Aktionen die Identifikation mit dem Wohnviertel erhöhen. „Die Erfahrung hat zudem gezeigt, dass es keine illegalen Schmierereien mehr auf Wänden gibt, auf denen sich bereits Graffiti befindet." Das Trafohäuschen an der Sturmfels-Straße war eines, das zuvor besonders häufig verunstaltet wurde.

Buchstaben im eigenen Stil
Nun zieren Worte wie „Star" oder „Style" die Wände. Für Graffiti-Anfänger sind solche Buchstaben-Kombinationen wichtig, um den eigenen Stil zu finden, erklärt Workshop-Leiter Il-Jin Choi. Das gemeinschaftlich erstellte „Check" ist anspruchsvoller gestaltet. Hier bieten sich dem Betrachter Möglichkeiten, das Kunstwerk zu interpretieren, in dem er zum Beispiel das „C" als Gesicht deutet.

Dankeschön
Den jugendlichen Künstlern hat die Sache jedenfalls so viel Spaß gemacht, dass sie eine Zugangstür zum Trafohäuschen quasi als Impressum gestaltet und dort ihr gesprühtes Dankschön hinterlassen haben „Thanks Stadtwerke".