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Die Zwei aus der Bushalle
Jürgen Keller und Georg Raab arbeiten seit 40 Jahren für die Stadtwerke
(03.03.2010) Jürgen Keller und Georg Raab haben zwar verschiedene Berufe, der eine ist Wagenreiniger, der andere Kfz-Schlosser, und doch haben sie viel gemeinsam. Beide arbeiten seit 40 Jahren in der Bushalle der Stadtwerke. Beide zeichnen sich durch Zuverlässigkeit, Fleiß und Leistungsbereitschaft aus. „40 Jahre einen körperlich so anstrengenden Job auszuüben, das ist schon eine beachtliche Leistung", sagt ihr Vorgesetzter, Jürgen Samland.
Die zwei an ihrem Arbeitsplatz: Georg Raab (links) und Jürgen Keller (rechts).
Schmutzarbeit
Was Jürgen Keller in seinem Berufsleben schon alles an Schmutz und Abfall aus den Bussen entfernt hat, will er lieber nicht mit Worten beschreiben, so unappetitlich und widerlich war manches. „Umso wertvoller ist seine Arbeit, denn gemacht werden muss sie", lobt Samland. Froh ist Jürgen Keller über die Einführung der Videokameras in den Fahrzeugen. „Seitdem hat der Vandalismus fast vollständig aufgehört."
Sicherer Arbeitsplatz
Mit 21 Jahren kam Jürgen Keller, der zuvor als Gebäudereiniger tätig war, zu den Stadtwerken. Die sicheren und guten Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst waren für ihn damals ein wichtiger Grund, die Stelle zu wechseln. Georg Raab hatte zuvor an der Tankstelle an der Frankfurter Straße gearbeitet.
Experte für Bremsen
Zwei Tage vor Weihnachten fing Raab anno 1969 bei den Stadtwerken an und hatte erst einmal die Umstellung von den kleinen Autos auf die großen Busse zu meistern. Raab hat sich in den vier Jahrzehnten regelmäßig fortgebildet und ist heute Experte für Bremsen und die umfängliche Prüfung der Tachographen, also der Fahrtenschreiber.
Arbeit auch am Wochenende
Keller wie Raab arbeiten im Schichtdienst, hinzu kommt an den Wochenenden die Rufbereitschaft. Flexibel müssen sie beide sein. Wenn ein Bus dringend gereinigt oder repariert werden muss, können sie nicht nach Feierabend fragen. Bisweilen herrscht Druck, wenn ein Bus bis zu einer bestimmten Zeit wieder flott sein muss, damit er fahrplangemäß zum Einsatz kommen kann.
Kameradschaft ist spitze
Keller und Raab loben übereinstimmend die gute Kameradschaft mit den Kollegen, „die spitze ist". Wenn Georg Raab samstags zum Fußballspiel der Eintracht will, obwohl er eigentlich Dienst hätte, findet er immer jemand, der bereit ist, die Schicht zu tauschen. Die Jungs aus der Werkzeughalle - das sind derzeit neun Mann plus zwei Auszubildende - gelten als verschworene Gemeinschaft, wo jeder jedem hilft.
Ruhestand ist in Sicht
Raab, „ein echter Rüsselsheimer", schraubt in seiner Freizeit gerne an historischen Traktoren, fährt viel Fahrrad und geht dabei mit der Freizeitgruppe „Schnelle Pedale" auf Tour. Keller wiederum, der seit 1963 in Raunheim lebt, wandert gerne, vor allem am Bodensee, und kann sich vorstellen, mit seiner Frau Waltraud ganz dorthin zu ziehen. Mit 63 wollen die beiden Urgesteine der Stadtwerke aufhören zu arbeiten. Für Jürgen Keller wird das im September nächsten Jahres sein. Georg Raab darf noch ein bisschen länger arbeiten. Für ihn ist im März 2012 Schichtende.