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Den Stromfressern auf der Spur

Energiesparfamilie Vögtle-Ewald checkt den Verbrauch von Geräten

(29.04.2010) Kerstin Vögtle und Uwe Ewald wollen es wissen: Was verbraucht eigentlich in ihrem Haushalt wie viel Strom und wo gibt es Einsparpotenzial? Das Ehepaar hat sich deshalb bei den Stadtwerken Rüsselsheim ein Energiemessgerät ausgeliehen - und das Glück, zur „Energiesparfamilie" auserkoren zu sein. Die Stadtwerke haben der Familie, zu der noch die zehnjährige Charlotte und der zwanzigjährige Michel gehören, einen unabhängigen Energieberater zur Seite gestellt, der mit ihnen die Messungen bespricht und in einer Woche wieder vorbei schauen wird, wenn die Messergebnisse vorliegen.

30 Prozent weniger
Durchschnittlich 4100 Kilowattstunden verbraucht eine vierköpfige Familie in Deutschland an Strom. "Doch es geht auch mit 2900 Kilowattstunden, rund 30 Prozent weniger, ohne dass damit Einbußen an Komfort und Qualität verbunden sind", weiß der Energieberater Hans Dieter Scherer-Gerbig. Wird zudem mit einem Gasherd gekocht, liegt der Verbrauch noch einmal um 600 Kilowattstunden niedriger. Das ist bei Familie Vögtle-Ewald der Fall.

Kühlschrank im Blick
Ein mutmaßlicher Stromfresser in der Küche ist auf den ersten Blick auszumachen: der alte Kühlschrank. "Es widerstrebt mir, Gegenstände wegzuwerfen, die noch funktionsfähig sind, lieber repariere ich sie", erklärt der 48-jährige Uwe Ewald. Der Architekt führt an, dass ja nicht nur der Stromverbrauch, sondern die gesamte Ökobilanz zu betrachten ist, also auch die Kosten und Probleme, die bei der Entsorgung von Geräten entstehen.

Fachgerecht entsorgen
Energieberater Scherer-Gerbig hält dagegen, dass gerade Kühlschränke nicht einfach auf der Müllkippe landen. "Das verhindern schon die gesetzlichen Vorschriften." Nachdem der Kühlschrank zum Bauhof gebracht wurde, wird er ausgeschlachtet, damit Brauchbares wieder verwertet und der Rest fachgerecht entsorgt wird. "Als Faustregel gilt: Geräte die älter als 15 Jahre sind, lohnen meistens, ausgetauscht zu werden."

Standby als Stromdieb
Beim Rundgang durchs Haus erzählt der Energieberater, dass es gerade in der Unterhaltungselektronik Geräte gibt, "die sich ihren Strom ungefragt holen, obwohl sogar die Standby-Funktion ausgeschaltet ist". Und siehe da, auch im Wohnzimmer von Ewald-Vögtles findet sich solch ein versteckter Stromdieb: 2,6 Watt Leistung zieht der DVD-Recorder, obwohl das rote Lämpchen für Standby nicht mehr leuchtet. "Da hilft nur noch den Stecker zu ziehen oder eine schaltbare Steckdosenleiste zu benutzen", sagt Scherer-Gerbig. Das spart an die fünf Euro im Jahr. Vor allem kommt es der Umwelt und dem Klima zu Gute. "Wenn Millionen von Haushalten solch eine kleine Strommenge unnötig verbrauchen, summiert sich das zu einem riesigen Energiebedarf, der produziert werden muss."

Kostenlose Energieberatung
"Wir möchten einen Beitrag leisten, damit Menschen weniger Energie verbrauchen", erklärt Torsten Jung, Leiter der Kundenbetreuung bei den Stadtwerken Rüsselsheim. "Deshalb bieten wir einmal im Monat kostenfrei eine Energieberatung für Fragen rund ums Gebäude an und verleihen auch kostenlos das Energiemessgerät." Rat und Informationen erhalten Interessierte zudem über das virtuelle Beratungszentrum unter http://www.stadtwerke-ruesselsheim.de/ .

Frage der Tochter
Familie Vögtle-Ewald will zunächst einmal dem Stromverbrauch im Haushalt auf die Schliche kommen. Von der Waschmaschine bis zum Ladegerät fürs Handy soll in der nächsten Woche der Verbrauch gemessen werden, damit am Ende auch die Frage von Tochter Charlotte beantwortet werden kann: Wie viel Strom kosten eigentlich 45 Minuten Fernsehen, um zum Beispiel "Schloss Einstein" zu sehen?

In der nächsten Woche folgt ein Bericht über die Messergebnisse, die Familie Ewald-Vögtle gewonnen hat.