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Bürgersolaranlagen erweisen sich als Erfolgsmodell

Stadtwerke Rüsselsheim prüfen, wo sich die Sonnenenergie noch nutzen lässt

(18.06.2010) Zufriedene Gesichter gab es auf der Informationsveranstaltung der Stadtwerke Rüsselsheim zum Stand der Dinge bei den beiden Bürgersolaranlagen, die vor einem halben Jahr in Betrieb gegangen sind. Sowohl die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Zentralen Omnibusbahnhofs wie auch die auf zwei Dächern der Stadtwerke-Gebäude haben die prognostizierten Energieerträge noch überschritten, berichtete Sven Halling, Leiter Energiedienstleistungen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, dürfen die Geldgeber für die Bürgersolaranlagen nach fünf Jahren mit einer zusätzlichen Gewinnausschüttung rechnen.

Bilder aus der Bauphase
Von den 110 Bürgerinnen und Bürgern, die den Bau der beiden zusammen knapp 650.000 Euro teuren Anlagen finanziell ermöglicht haben, war mehr als die Hälfte zur Informationsveranstaltung in die Stadtwerke gekommen. Dort bekamen sie in einem Vortrag auch zahlreiche Bilder aus der Bauphase der Anlagen präsentiert. Sven Halling berichtete von der Schwierigkeit, notwendige Teile wie die Wechselrichter kaufen zu können, da es zum Ende des Jahres einen Nachfrageboom gab. Sehr viele Investoren wollten sich die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung für 2009 sichern und mussten ihre Anlagen noch in diesem Jahr fertig stellen.

Weniger Kohlendioxid
Die Darlehensgeber für die Rüsselsheimer Bürgersolaranlagen erhalten für ihr eingesetztes Kapital von den Stadtwerken eine garantierte Verzinsung von 3,5 Prozent. „Und sie können sicher sein, damit der Umwelt und dem Klima etwas Gutes zu tun", bekräftigte Carsten Dannwolf, Leiter Vertrieb und Marketing. Dank des Stroms, der aus Sonnenenergie gewonnen wird, werden knapp hundert Tonnen Kohlendioxid vermieden, die bei der Gewinnung aus herkömmlichen Energieträgern anfallen würden.

Strom für 40 Haushalte
Die beiden Bürgersolaranlagen, die auf einer Fläche von 2240 Quadratmetern errichtet wurden, erbringen zusammen eine Leistung von knapp 160 Kilowatt-Peak (kWp). Prognostiziert ist ein Stromertrag von fast 140.000 Kilowattstunden im Jahr, was den Stromverbrauch von circa 40 durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalten deckt.

Stadtwerke prüfen
Angesichts des Erfolgs gab es Anfragen, wann eine dritte Bürgersolaranlage errichtet wird. „Wir sind am Prüfen, müssen aber auch abwarten", erklärte Matthias Schweitzer, Technischer Leiter der Stadtwerke, mit Blick auf die politische Diskussion, die Einspeisevergütungen für neue Anlagen zu kürzen. „Zudem ist es nicht so leicht, geeignete Dächer zu finden, die für eine Solarnutzung geeignet sind und zudem mietfrei zur Verfügung stehen."

Hagelkorn als Maßstab
Bei der Informationsveranstaltung wurde auch nachgefragt, wie lange die Module auf den Anlagen halten. Hier konnte Matthias Diehl vom Rüsselsheimer Photovoltaikbüro Ternus und Diehl, das die Anlage auf dem Omnibusbahnhofsdach geplant hat, die Besucher beruhigen. „Alle Hersteller geben 25 Jahre Garantie." Die Haltbarkeit ist darauf ausgelegt, dass selbst ein 1,2 Zentimeter großes Hagelkorn, das mit 80 Stundenkilometer Geschwindigkeit aufprallt, keinen Schaden hinterlässt. Und sollte dennoch etwas passieren, sind die Stadtwerke, die sich um alle Angelegenheiten bei den Bürgersolaranlagen kümmern, hiergegen versichert.