Volltextsuche
Netze
Rüsselsheim erstrahlt in neuem Licht
Stadtwerke tauschen die Straßenlampen aus: Ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll
Nach und nach wird Rüsselsheim in neuem Licht erstrahlen. Die Stadtwerke werden in den nächsten fünf Jahren nahezu 4000 Leuchten im Stadtgebiet austauschen. "Das ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll", sagt Geschäftsführer Hans-Peter Scheerer. Die Stadtwerke Rüsselsheim sind seit Anfang dieses Jahres für die 7600 Leuchtpunkte im öffentlichen Raum zuständig. Mit der Stadtlicht Rhein-Main wurde eigens zu diesem Zweck eine Tochtergesellschaft gegründet.
Anschlussleistung reduziert
"Bereits im ersten Jahr werden wir mit Unterstützung unseres Dienstleisters, der Stadtlicht GmbH, die Systemleistung der Beleuchtungsanlagen um 3,5 Prozent und den Energiebezug um vier Prozent reduzieren", kündigt der Technische Leiter, Matthias Schweitzer, an. Die Frankfurter Straße, die Mainzer Straße, die Schiller Straße, der Friedensplatz und die Paul-Hessemer Straße sind die ersten Straßen in Rüsselsheim, die Anfang diesen Jahres 203 neue Leuchten erhalten haben, wo durch die Anschlussleistung von 42 auf 19 Kilowatt reduziert wurde.
Gleiche Leistung, weniger Verbrauch
Vor allem die 210-Watt-Natriumlampen wurden durch 90-Watt-Metalldampflampen ersetzt. "Bei gleicher Lichtleistung können wir dadurch den Stromverbrauch um 55 Prozent senken", erläutert Matthias Schweitzer. Das kommt der Umwelt zu Gute. Da weniger Energie erzeugt werden muss, fallen weniger schädliche Emissionen an. Das langfristige Gesamtkonzept führt zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs um bis zu 31 Prozent.
Kosten werden gesenkt
Weniger Stromverbrauch bedeutet auch geringere Kosten. Davon profitieren die Stadt und die Stadtwerke. Von der Stadt Rüsselsheim erhalten sie je Lichtpunkt eine Pauschale vergütet. "Je günstiger wir die Leistung erbringen, um so besser für uns", erklärt Hans-Peter Scheerer. Der Beleuchtungsvertrag mit der Kommune ist zunächst auf 17 Jahre festgelegt. Die Stadtwerke haben die Straßenbeleuchtung vom Überlandwerk Groß-Gerau erworben. Scheerer geht davon aus, dass sich die Investitionen in wenigen Jahren amortisieren und dann ein Gewinn erzielt wird.
Einheitliche Leuchtkörper
Auch in der Bensheimer Straße und einigen anderen Straßen sind die Mitarbeiter der Stadtlicht bereits im Einsatz gewesen und haben alte gegen neue Lampen ausgetauscht. Ein Nebeneffekt: Die Vielzahl an unterschiedlichen Leuchtkörpern wird beendet und das Stadtbild vereinheitlicht. "In den Straßen, in denen wir bisher im Einsatz waren, haben wir bereits zehn verschiedene Leuchtentypen vorgefunden", berichtet Schweitzer. Besonders auf das Aussehen der Lampen achten wollen die Stadtwerke bei der Straßenbeleuchtung in der Innenstadt und an der Festung. "Hier wollen wir in Abstimmung mit der Stadtplanung das Stadtbild aufwerten", kündigt Scheerer an.
Austausch nach und nach
Der Austausch der Leuchtmittel erfolgt in der Reihenfolge, in der die Laternen den gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitstests unterzogen werden müssen. Als nächstes sind an der Reihe: Gabelsberger Platz, Dr. Fritz-Opel-Platz, Am Keglerheim, Birken- und Pappelstraße sowie Reinhard-Strecker- und Lucas-Cranach-Straße. Noch erhellt hier das gelbliche Licht der Natriumhochdruckdampflampen das Dunkel. "Doch das wird bald Vergangenheit sein", sagt Schweitzer.
Angenehmeres Licht
"Die neuen Lampen bieten für das menschliche Auge ein angenehmeres Licht", urteilt der Technische Leiter. "Es wirkt wärmer, ist in der Farbwiedergabe näher des natürlichen Sonnlichts und in der Lichtlenkung günstiger." In der Mainzer Straße lässt sich dieser Unterschied gut beobachten, denn das westliche Ende der Straße (ab Portal 20) ist noch mit alten Leuchtmitteln ausgestattet, "denn hier sind nicht wir, sondern ist die Firma Opel verantwortlich".
LED im Test
Auf ihrem Betriebsgelände in der Walter-Flex-Straße 74 beginnen die Stadtwerke in Kürze damit, den Einsatz von Leuchtdioden, kurz LED, zu testen. "Sie sollen in ein paar Jahren, wenn der technische Fortschritt so weiter geht, noch energieeffizienter und langlebiger als die jetzt eingesetzten modernen Lampen sein", sagt Matthias Schweitzer. Auf der anderen Seite sind die LED noch vier bis sechs Mal so teurer, und es fehlt an Langzeiterfahrungen. "Mit dem Einsatz der Laternen auf dem eigenen Gelände sammeln wir nun unsere eigenen Erfahrungen", sagt Geschäftsführer Scheerer. "Wir wollen immer auf der Höhe der Zeit sein, um Rüsselsheim im bestmöglichen Licht erstrahlen zu lassen."
Nachfolgend ein paar Daten zu Leuchtmitteln und ihrer Leistung