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Energiedienste
Interview
Umwelt und Geldbeutel schonen
Interview mit den Energieberatern
Wer kommt zur Beratung?

Klaus Becker (Bild links): Es sind häufig Menschen, die sich angesichts der unüberschaubaren Angebote von Materialien und Möglichkeiten eine unabhängige, fachlich fundierte Meinung einholen wollen.
Hans Dieter Scherer-Gerbig (Bild rechts): Meist sind es Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, ab und an auch Menschen, die einen Neubau planen. Doch natürlich können auch Mieter die Energieberatung nutzen, selbst wenn ihre Möglichkeiten der Einflussnahme geringer sind.
Was sind die meist gestellten Fragen?
Becker: Die Beratung umspannt einen Riesenbogen von der baulichen Sanierung über die Heizungstechnik und Fördermöglichkeiten bis hin zur Nutzung von Solarenergie.
Scherer-Gerbig: Die Beratung beginnt daher oft mit der allgemeinen Frage, wo können wir Energie einsparen. Von da aus arbeiten wir uns dann Stück für Stück weiter: welches Gebäude, welche Heizung, welche Anlagentechnik, wie sieht es mit Dach, Kellerdecke, Fenster und Wänden aus.
Wie sehen Ihre Ratschläge aus?
Scherer-Gerbig: Das ist so unterschiedlich wie die Themenvielfalt .Was häufiger zur Debatte steht, ist die Modernisierung oder der Austausch der Heizanlage. Ist sie älter als 15 Jahre, macht es in der Regel Sinn, sie auszutauschen. Jüngere Heizkessel lassen sich optimieren.
Becker: Doch wir raten manchmal auch von etwas ab: zum Beispiel vom Bau einer Photovoltaikanlage wenn die Dachausrichtung nicht optimal ist.
Die Beratung dauert 30 bis 45 Minuten - was kann da geleistet werden?
Becker: Es ist von Vorteil, wenn die Ratsuchenden einige Eckdaten über ihr Gebäude und ihre Heizung parat haben, auch Pläne und Verbrauchsabrechnungen mitbringen. Wir können so grobe Schätzungen geben, wie viel Energie sich einsparen lässt und was Investitionen kosten. Die genauen Angaben kann jedoch nur ein Energieberater vor Ort ermitteln.
Scherer-Gerbig: Letztlich handelt es sich bei dem Angebot der Stadtwerke um eine Erstberatung. Es soll eine Initialberatung sein, damit sich die Ratsuchenden intensiver Gedanken machen können.
Haben Sie den Eindruck, die Ratsuchenden sind zufrieden mit Ihrer Arbeit?
Becker: Ja, denn sie wissen nun einen Weg, den sie gehen können, um an ihrem Haus oder bei ihrer Heizung Energie und Kosten zu senken.
Scherer-Gerbig: Viele bedanken sich, dass die Stadtwerke eine solche Sprechstunde ermöglichen und die Kosten für die Beratung übernehmen.
Macht Energieberatung auch im Sommer Sinn?
Scherer-Gerbig: In jedem Fall. Die meisten Ratsuchenden kommen zwar im Winter, weil dann die Heizkosten unter den Nägeln brennen. Dabei ist der Sommer eigentlich der bessere Zeitpunkt, um sich über Sanierungen und Modernisierungen zu informieren.
Becker: Bauliche Veränderungen brauchen in der Regel einen zeitlichen Vorlauf. Wer sich jetzt kümmert, kann in der nächsten Heizperiode davon profitieren.
Was könnte bei der Beratung besser laufen?
Becker: Wir freuen uns natürlich besonders, wenn die Kunden gut vorbereitet und mit konkreten Fragen zur Beratung kommen.
Scherer-Gerbig: Sehr schade ist es, wenn Leute einen Termin vereinbart haben und dann einfach nicht kommen und so verhindern, dass andere Ratsuchende zum Zuge kommen können. Auch Fragen zum Energieausweis gehören nicht in die Beratung. Da können die Kundenzentren der Stadtwerke genügend Auskunft geben.
Der Gesetzgeber schreibt vor, bis zum Jahr 2020 sollen 30 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen kommen. Reißt Ihre Arbeit also nicht ab?
Scherer-Gerbig: Der Bedarf an Beratung wird unabhängig von diesen Vorgaben bestehen, weil es den Verbrauchern ans Portemonnaie geht. Es ist illusorisch zu glauben, dass der Öl- und Gaspreis auf dem jetzt niedrigen Niveau bleiben wird.
Becker: Klar ist, dass Erdöl- und Erdgas-Zeitalter zu Ende geht und die Nutzung erneuerbarer Energien ebenso zwingend ist wie die Steigerung der Effizienz beim Energieeinsatz. Dementsprechend wird aus meiner Sicht der Bedarf nach qualifizierter Beratung eher zunehmen.
Das Gespräch führte Jürgen Gelis
Wer einen Termin zur Erstberatung ausmachen möchte, kann dies unter Telefon 06142 / 500-0 oder direkt in den Kundenzentren der Stadtwerke Rüsselsheim, die sich im Bahnhof Rüsselsheim und in der Walter-Flex-Straße 74 befinden. Informationen und Ratschläge zum Energiesparen gibt es auch im virtuellen Beratungszentrum der Stadtwerke zu finden unter http://www.stadtwerke-ruesselsheim.de/ .
